Geschichten aus Europa – Los amantes de Teruel

Die Liebenden von Teruel (Los amantes de Teruel) von Munoz Delgrain ist eine Geschichte, die angeblich im Jahr 1217 in der Stadt Teruel geschah. Teruel liegt in der Region Aragonien in Spanien.

Wir haben die Geschichte etwas modernisiert und als Schauspiel vor einer Greenscreen Wand (mit Hintergrundfotos vom Körnerpark) performt. Wir haben uns für das Thema „Geschichten aus Europa“ entschieden, weil solche märchenhafte Erzählungen eine Aussagekraft über alle Grenzen und Zeiten hinweg haben. Aber auch das Thema der „verbotenen Liebe“ ist ja auch heutzutage leider immer noch auch in Europa aktuell (siehe unseren Beitrag über Heirat ohne Zustimmung – auch heute noch in Europa!)

Die tragische Geschichte zweier Liebenden war schon immer ein großes Thema in der europäischen Literatur, z.B. bei „Tristan und Isolde“, einer Story aus dem europäischem Mittelalter, die sich im Laufe der Jahrhunderte aus den verschiedensten Quellen weiter entwickelt hat. Shakespeare ließ sich wiederum von „Pyramus und Thisbe“ (von Ovid) inspirieren, denn in dem antiken Stück geht es sehr ähnlich auch um die Liebe der Kinder von verfeindeter Familien. Das Theaterstück, das am ähnlichsten zu Romeo und Julia ist, ist „Kabale und Liebe“ von Schiller, ein bürgerliches Trauerspiel, bei dem die gesellschaftlichen Stellung der Liebenden im Weg ist, ähnlich wie bei den „Liebenden von Teruel“.

Erzählerin: Esra – Isabel: Ilayda – Diego: Lamisha – Don Pedro de Azagra: Cat Tien  – Isabels Vater: Masch


 

DREHBUCH
Erzählerin: Es waren einmal zwei wohlhabende Familien aus Teruel – die Familie der Marcilla und die der Segura. Es waren da Diego, ein einfacher Stadtbürger, auch bekannt als Juan Martinez aus der Marcilla Familie – und Isabel, die Tochter von Don Pedro Segura, dem reichsten Mann der Stadt. Schon seit Kindheitstagen waren Isabel und Diego verliebt…

Auf dem Spielplatz

Diego: Isabel! Weißt du, meine Mutter meinte einmal, wenn ich meine wahre Liebe finde, dann würde es mich in den Wahnsinn treiben – und du treibst mich in den Wahnsinn!
Isabel: Du treibst mich auch in den Wahnsinn! Wir müssen heiraten! Bald! Versprich es!
Diego: Oh ja … ich will!
Erzählerin: Doch als es Zeit zum Heiraten war, geriet Diegos Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Isabels Vater verbot daraufhin die Heirat.


Im Park
Isabel (fleht): Vater, bitte! Tu uns das nicht an! Du weißt doch, wir lieben uns seit Kindheitstagen…

Vater: Nein, Isabel. Diegos Familie ertrinkt in Schulden. Du brauchst etwas besseres!
Diego: Aber…Eure Majestät!
Vater: Nein, Diego!
Diego: Was kann ich tun, damit eure Majestät mich akzeptiert?
Vater: Nichts!
Isabel: Vater, du akzeptierst Diego nicht, weil seine Familie finanzielle Probleme hat?
Vater: Ja, genau!
Isabel: Würdest du ihn akzeptieren, wenn er Geld hat?
Vater: Wie soll er denn das Geld bekommen?
Diego: Ich kann zur Welt hinaus! Gebt mir 5 Jahre. 5 Jahre, damit ich ein Vermögen anhäufen kann. Und wenn ich das schaffe, dann möchte ich meine geliebte Isabel heiraten.

Vater: Nun gut, Diego. Ich gebe dir 5 Jahre, um mich zu überzeugen…!

Der Tag der Abreise (vor der S-Bahn. Diego mit kleinem Rucksack)

Isabel: Mein Liebster, enttäusche mich nicht!
Diego: Das werde ich nicht! Ich verspreche es dir! Die Bahn kommt. Wir werden uns wiedersehen … einmal um die ganze Welt!
Isabel (schluchzt hinterher): Oh – mein Geliebter…

Erzählerin: Es begann eine sehr lange Reise für Diego. Sein Traum war es, möglichst schnell reich zu werden. Es war der einzige Weg, um seine geliebte Isabel zu heiraten. Aber er wusste nicht, wie er schnell an Geld kommen sollte. Bis eines Tages…

(Diego läuft die Straße entlang und stolpert dabei gegen einen Mann)
Diego: Oh! Das tut mir sehr leid, ich bin etwas aufgewühlt, wie Sie sicher sehen.
Mann: Was ist denn passiert, Jüngling?
Diego: Ich brauche Geld, viel Geld.
Mann: Dann investiere! In was auch immer! Wirtschaft! It’s the economy, stupid!

Erzählerin: Diego befolgte den Rat des Mannes … und es klappte! Mit der Zeit wurde er in einem Start-up europaweit immer erfolgreicher.

Diego (hat einige Scheine in der Hand, lächelt zu sich selbst und flüstert): Isabel…!

Währenddessen in Teruel:
Vater: Isabel! Liebes, er wird nicht zurückkommen. Du musst jemand anderen heiraten!
Isabel: Vater, ich liebe ihn! Ich kann ihn doch nicht einfach betrügen!
Vater: Du kannst immer noch anfangen zu lieben, wenn du geheiratet hast, Isabel!
Isabel: Aber ich will nicht! Ich kann jetzt nicht heiraten…
Vater: Aber warum denn nicht?
Isabel: Der liebe Gott möchte, dass ich bis zum 20.Lebensjahr Jungfrau bleibe und lerne, den Haushalt zu führen! Gott hat es mir gesagt!
Vater: Nun gut Isabel. Aber wenn die Frist zu Ende ist, musst du heiraten…

Erzählerin: Isabel wartete 5 Jahre. Bald darauf aber verheiratete ihr Vater sie mit Don Pedro de Azagra aus Alnarrasin. Isabel hatte lange ihren Vater angefleht. Sie war auf die Knie gegangen, doch ihr Vater verheiratete sie trotzdem…

Der Tag der Heirat
Isabel: (schluchzt)

Don Pedro: Sei bitte nicht traurig Isabel. Dein Vater hat doch recht. Diego kommt nicht zurück. Und nun bist du meine Frau! Schätze dich glücklich, Isabel…
Isabel: Vielleicht hast du recht, Don Pedro, ich muss mich in mein Schicksal fügen. Vielleicht kann ich anfangen zu lieben – auch nach unserer Heirat. Du scheinst mir ja ein Gentleman zu sein… Was soll ihr dir heute zum Abendessen machen…?
Don Pedro: Vielleicht etwas klassisches…mit viel Knoblauch bitte!

Erzählerin: Isabel schien, als ob sie ihr Schicksal akzeptiert hätte, doch im Innern war sie zerstört. Sie hatte das Versprechen mit Diego gebrochen.
Isabela (flüstert zu sich): Wir haben es uns doch versprochen…

Erzählerin: Da kam plötzlich Don Pedro hereingestürmt:
Don Pedro: Hast du davon gehört Isabel! Diego ist zurückgekehrt.
Isabel: Wassss? Diego… oh mein Gott – mein Herz…!
Don Pedro: Isabel, bitte beruhige dich doch …
Isabel: Ach lass mich…ich…ich kann es nicht fassen…! Diego! Er ist zurückgekehrt… kann ich an das Fenster? Nur mal schauen…?
Don Pedro: Ja… ich werde dich nicht aufhalten.
Isabel (deutet): Da… da ist er, Diego… (sie fängt an zu weinen, ruft laut) DIEGO…

Abblende – Typo: „Noch in derselben Nacht“

Diego (kommt ins Schlafzimmer, flüstert): Isabel, wo bist du, ich muss dich sehen…
(er kniet sich vor das Bett): Küss mich, Liebste. Ich sterbe… Ich bin so erschöpft und nun muss ich erfahren, dass du geheiratet hast…!
Isabela: Ich kann dich nicht küssen, Diego, ich kann nicht zu dir. Gott möchte nicht, dass ich meinen Mann betrüge. Für die Liebe Christi bitte ich dich, eine andere zu finden, die besser ist als ich. Ich bin keine Jungfrau mehr. Vergiss mich! Wenn unsere Liebe Gott nicht gefällt, so kann sie mir auch nicht gefallen!
Diego: Isabel, ich sterbe, siehst du das denn nicht?
Isabel: Doch Diego, ich sehe es…
Diego: Küss mich, Isabel…!
Isabel: Nein…bitte nicht!

Erzählerin: Da brach Diego in Tränen aus und starb zu Füßen des Bettes.

Diego (stammelt): Ich kann nicht mehr…
Isabel (geschockt): Oh neiiin…! Diego…! Hilfe…! Don – Don Pedro! Wach auf!
Don Pedro: Was ist Isabel …?
Isabel: Diego… er liegt hier… vor dem Bett.
Don Pedro: Wie bitte…?
Isabel: Er ist tot… Ich wollte ihn nicht küssen… er war so erschöpft… er …
Don Pedro: Du Unglückliche, warum hast du ihn denn nicht geküßt…?
Isabela: Aber.. ich wollte doch meinen Mann nicht betrügen!
Don Pedro: Natürlich Isabel, du bist eine gute Frau…!


Am nächsten Tag
Erzählerin: Don Pedro und Isabel beschlossen Diego heimlich in der Kirche zu begraben, da Don Pedro Angst hatte, dass man ihm die Schuld am Tod Diegos gäbe.
Isabel: Es tut mit so leid… Diego…

Sie gab dem toten Diego den Kuss, denn sie ihm am Tag zuvor verweigert hatte.
Während sie es tat, starb Isabel und fiel auf den Körper des Mannes, den sie so sehr liebte!

ENDE

Author: ADO

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